Das sind einige Themen im Dezember WESTERNER

Foto: Angelika Good-Müntener
Foto: Angelika Good-Müntener

Freizeit

Davos – Scalettapass – Chapella – San Jon 

 

Es muss nicht immer Kanada sein

  

Eine lange Strecke zusammen mit seinem Pferd zu machen, ist spannend und es entstehen vielseitige Situationen, welche bewältigt werden müssen. Einen Wanderritt mit seinem eigenen Pferd und dies auch noch auf eigene Faust zu wagen, war eine der bisher schönsten Erfahrungen meines Lebens.

 

Im Frühling 2018 wurde ich von einer Stallkollegin angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, im Herbst 2018 eine Passüberquerung ins Engadin zusammen mit unseren Pferden zu machen. Ehrlich gesagt, war dies gar nicht so einfach zu beantworten, obwohl ich insgeheim total begeistert war. Auf der einen Seite wäre es unheimlich spannend einen solchen Wanderritt zu wagen, jedoch kannte ich das Gebiet überhaupt nicht. Zudem wollte ich mich und mein Pferd dieses Jahr auf die Turniersaison speziell vorbereiten. Doch ich sagte nach kurzer Zeit freudig zu. Da wir sehr hart für die Saison trainieren mussten, ergaben sich Kraft sowie Kondition für ein solches Unterfangen ja auch, wenn man es seriös angeht. 

 

Die Planung


Im Sommer setzten wir uns zusammen und besprachen die Strecke sowie den Zeitpunkt. Wir recherchierten im Internet wie viele Kilometer am Tag ideal sind sowie die absolut nötigen Ruhepausen. Wir fragten hierzu den Stall San Jon an, welcher seit Jahren Wanderritte durchführte. Sie waren sehr hilfsbereit und gaben gerne Auskunft. Wir entschieden uns von Davos über den Scalettapass nach San Jon zu reiten. Unser Gepäck für Mensch und Pferd wurden per Auto an die jeweiligen Standorte transportiert, so konnten wir in unseren Packtaschen nur das Nötigste mitnehmen.

 

Angelika Good-Müntener

Foto: Rebecca Bambert
Foto: Rebecca Bambert

Gesundheit

Blutegeltherapie

 

Ein Biss und der Schmerz ist weg 

 

Blutegel werden seit Jahrhunderten in der Medizin eingesetzt. Ihr Biss soll angeblich allerlei Krankheiten lindern. Ein Laie ohne Vorkenntnisse sollte jedoch Blutegel nie selber anwenden.

 

Blutegel existieren seit 450 Millionen Jahren. Sie gehören zur Gattung der Ringelwürmer und sind mit dem Regenwurm verwandt. Sie haben es gerne nass und leben meist in Teichen oder in langsam fliessendem Wasser. Als Nahrung dient dem Blutegel ausschliesslich Blut. Sie werden durch Wasserbewegungen angelockt und docken sich dann an einem Wirtstier an. Sie suchen sich eine passende Bissstelle, dort saugen sie 20 bis 50 ml Blut. Danach lassen sie sich vom Wirtstier abfallen. Der flüssige Teil des Blutes, rund 40%, geben die Egel über die Oberfläche ab, die restlichen 60% speichert der Egel. Von einer Mahlzeit kann er bis zu 24 Monate leben.

Mindestens fünf bis sechs Monate wird der Egel danach nicht mehr beissen. Aber auch wenn er hungrig ist beisst er nicht immer, denn Blutegel sind äusserst sensible Tiere. Je nach Tageszeit, Temperatur, Gerüchen, Stress oder aufkommende Gewitter kann es sein, dass ein Egel nicht beisst. Die Durchführung einer Blutegeltherapie erfordert daher oft viel Geduld und es sollte immer genügend Zeit eingeplant werden.

 

Ein Blutegel hat drei Kiefer mit je 80 Kalkzähnchen. Mit diesen sägt er sich durch die Haut. Die Blutegel haben an beiden Enden einen Saugnapf mit dem sie sich festhalten können. Zu therapeutischen Zwecken kann ein Egel erst mit vier Jahren verwendet werden. Angeblich beissen Egel gerne bei einem Krankheitsherd.

 

Tamara Wülser

 

Foto: Barhufteam Ruedi Bönzli
Foto: Barhufteam Ruedi Bönzli

Gesundheit

Wenn der Schuh empfindlich drückt

 

Hufabszess beim Pferd

 

 

Hufabszesse entstehen, wenn Fremdkörper von aussen in den Huf eindringen. Dies ist oftmals bei einer lange anhaltenden Regenperiode zu beobachten. Ursache können «Eindringlinge» wie kleine Steine oder im Winter Splitt sein, die durch die Sohle in den Huf eindringen. Aber auch Dornen und Strauchwerk, welche im Ballen-, Sohlen- oder Strahlbereich kleinere Verletzungen hervorrufen. In der Folge kommt es zu einer bakteriellen Infektion.

 

Der Druck, der durch die Ansammlung von Eiter im Huf entsteht, verursacht dem Pferd starke Schmerzen und führt zu deutlicher Lahmheit. Der Abszess folgt auf seinem Wege nach aussen dem Weg des geringsten Widerstandes, das heisst entweder nach oben oder nach unten. Der Weg über den Kronsaum ist die schlechtere Variante.

 

Oft sind die Gründe eines Hufabszesses im Inneren des Hufes zu finden. Zerrissene Gewebeteile (Weisse Linie), hervorgerufen beispielsweise nach einer durchstandenen Hufrehe, bauen sich oftmals nicht über die Blutbahn ab. Diese Strukturen der Weissen Linie (Plättchenstruktur) suchen sich jedoch einen Weg nach aussen. Auf diese Weise bildet sich ein Abszess im Innern des Hufes – ohne äussere Einwirkung.

Bei der Behandlung eines Hufabszesses ist es von Vorteil keine entzündungshemmenden Medikamente zu verabreichen. Die Reifung des Abszesses verlängert sich dadurch unnötig. Vorteilhaft ist es den betroffenen Huf mit warmen Betadine-Verbänden zu wärmen! Der Reifeprozess im Huf wird durch diese Massnahme erheblich beschleunigt.

 

Ruedi Bönzli

 

 

Foto: ITG
Foto: ITG

Naturschutz

Das Geisterpferd
kehrt zurück

 

Die Wiederansiedlung der Urwildpferde in der Mongolei 

 

Für Spitzenleistungen in Forschung und Industrie ist die Schweiz weltbekannt. Aber auch im Naturschutz setzt sie Massstäbe – in der Wüste Gobi.

Ausgerottet ist ausgerottet – aber nicht immer. Wiederholt haben Schweizer Akteure bei uns ausgelöschte Charakterarten wieder angesiedelt – so wie etwa Steinbock, Rothirsch, Biber, Luchs und Bartgeier. Freilich nutzte man dazu gesunde Populationen aus dem nahen Ausland. 

 

Komplizierter wird es, wenn eine Art weltweit in Freiheit ausgerottet wurde. Das war das Schicksal des Przewalskipferds, der einzigen überlebenden Wildform des Pferdes. In der Steinzeit zogen Wildpferde zu Tausenden durch die Steppen Eurasiens. Frühzeitliche Künstler malten sie an Höhlenwände und bejagten sie. Über Jahrtausende zog sich die Art nach Zentralasien zurück. Den Mongolen war sie heilig – sie nannten sie Takhi was in ihrer Sprache Geist bedeutet. Doch das schützte sie nicht vor Verdrängung und Verfolgung. Im 20. Jahrhundert blieben bloss versprengte Individuen in der mongolischen Gobi übrig. Auch diese wurden in den 1960ern gewildert. Das Takhi war buchstäblich zum Geisterpferd geworden.

 

Aber nicht ganz – in Zoos hatten rund 50 Tiere überlebt. Würde das reichen die extrem seltene Art zu retten? Eine handvoll weitsichtiger Tierpärke, Mäzene, Naturschützer und Forscher wollten es wissen. 

 

ITG

 



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