Foto: Tom Hautmann / Nina Zinsli mit TS Reinman, Non Pro Schweizermeisterin in Reining
Foto: Tom Hautmann / Nina Zinsli mit TS Reinman, Non Pro Schweizermeisterin in Reining


Das sind einige Themen im August WESTERNER

Foto: Tom Hautmann / Sabine Schmid & Big Code
Foto: Tom Hautmann / Sabine Schmid & Big Code

Sport

SVAG CS Classic 2022

Reining der Spitzenklasse

 

Die CS Ranch von Corinna Schumacher war erneut Gastgeberin der NRHA European Affiliate Championships und der Schweizermeisterschaft in Reining. Es war die erste CS Classic seit der Pandemie. Endlich konnte wieder ein Grossevent stattfinden und dieser Freude Ausdruck verschafften auch die Teilnehmenden.

 

Die Veranstalter wurden mit so vielen Nennungen belohnt, dass der Zeitplan angepasst werden musste. Seit langem ist es in Givrins Tradition, dass nur bis Samstag geritten wird. Nach Jahren fand nun wieder eine Prüfung am Sonntag statt.

Vierundzwanzig Schweizer Non Pros kämpften um den Finaleinzug, am Ende standen vierzehn auf der Drawlist der Finals von Samstag. Titelverteidigerin Nina Zinsli zeigte mit TR Reinman, dass auch in diesem Jahr wieder mit ihnen zu rechnen war und setzte mit einem Score von 217 die Messlatte schon mal deutlich in die Höhe. Alex Kubli und Gunna Ruf Ya galten als einer der Favoriten und das markierten sie auch ebenfalls mit einer 217. Als letzter Reiter des Ausscheidungslaufs schaffte es Andreas Hofmann mit SB Special Nite ins Finale.

 

Und es geht immer noch ein bisschen besser

Im Fall von Nina Zinsli war es allerdings nicht nur ein bisschen. Die Titelverteidigerin von 2021 war noch als einzige übrig auf der Non Pro Drawlist und die Erwartungen waren hoch. Mit einem Bombenritt und einem Score von 222 wurden sie mehr als erfüllt. TR Reinman lief unter Nina Zinsli zur Bestform auf und das Paar wurde zum zweiten Mal in Folge Non Pro Schweizermeister in Reining. Sie verdrängten Stephanie Blessing mit Smart Spook Surprise und Alex Kubli mit Gunna Ruf Ya, beide mit einer 218,5, auf das Silberpodest. Zusätzlich brachte dieser Ritt Nina Zinsli den Vize-Europameistertitel in der Kategorie Non Pro ein, hinter Non Pro Europameisterin Gina Maria Schumacher und All Right Magnum (223). Schumacher stand zudem mit CS Wallawallaboom und ebenfalls mit einem 222er Score, zusammen mit Zinsli auf dem Silberpodest.

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Andrea Fischer

Foto: Karin Rohrer / Yolanda Facchin
Foto: Karin Rohrer / Yolanda Facchin

Western People

Yolanda Facchin

Coach mit Leib und Seele

 

In Horw, am Fusse des Pilatus, im ‘Fasnächtler-Kanton’ aufgewachsen, verfiel Yolanda Facchin natürlich auch dem Guggenmusik-Virus und sie liebt die Strassen-Fasnacht, wie sich das für eine Luzernerin gehört. Der Pferde-Virus steckte von je her in ihr, woher das kam, kann heute niemand mehr so genau sagen.

 

Schon als Dreikäsehoch war sie ständig im Stall anzutreffen, wusste genau, dass sie einmal eigene Pferde haben würde und half im Reitstall in der Nachbarschaft aus. «Es gab dort mehr als 20 Pferde und Ponys und ich durfte bei den Touren-Vorbereitungen mitanpacken, war immer draussen, wir kannten weder Reitplatz noch Reithalle. Eigentlich gab es dort fast nur «Metzgpferde» oder solche, die niemand mehr wollte. Aber für mich waren es die besten Lehrmeister, die man sich vorstellen konnte», erinnert sich die 59-Jährige. Ursprünglich hatte sie als Beruf Tierärztin im Auge, aber als sie während der Schnupperlehre ohnmächtig wurde, kam die Berufsberatung ins Spiel und diese schlug Floristin vor. Und so kam es, dass die junge Frau ihre Passion, Kreativität und das Lebendige mit ihrer Fantasie zu verbinden, zu ihrem Metier machen konnte. Knapp 20 Jahre hat sie auf diesem Beruf gearbeitet, doch ihre Ferien und die Freizeit widmete sie den Pferden. Mit 18 Jahren besuchte Yolanda Facchin ihre erste Dressurstunde in den Österreich-Ferien und drei Jahre später erstand sie den Welsh-Cob-Paso-Isländer-Mix Tobias.

 

Alles auf die Pferde gesetzt

«Ich kaufte Tobias damals als Siebenjährigen für unter 3000 Franken – da war der Sattel teurer als das Pferd», lacht die sympathische Luzernerin und schwärmt noch heute von ihrem Tobias, der 30 Jahre alt wurde. «Ein Pferd mit enorm viel Herz und Einsatzwillen. Er liebte den Trubel und wollte am liebsten überall mittenrein. An Messen gefiel es ihm, er war ein vollkommener Showman». 

Die ersten Begegnungen mit den Trainern Craig Johnson, Bob Grimshaw und Jack Brainard waren Meilensteine für Yolanda Facchin. Sie sah bei den Reitstunden zu und probierte es zu Hause aus. Als Tobias neun Jahre alt war, absolvierte Yolanda mit ihm das Silberabzeichen auf der Wikinger-Ranch. «Und als dann 1990 die Lindentree Farm in Müllheim eröffnete und der Trainer von Steffen Breug Reining-Elemente ohne Zaumzeug vorführte, war das wie ein Startschuss für mich. Kurzerhand besuchte ich mit Tobias Steffen Breug in Reichweiler. Umstrukturierungen im Blumengeschäft zwangen mich zum Nachdenken und ich fand plötzlich, dass dies nun genau der richtige Moment war, um ganz auf die Pferde zu setzen und liess mir kündigen».

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Andrea Fischer

Foto: MH STOCK (Adobe Stock)
Foto: MH STOCK (Adobe Stock)

Recht

Offenstall und Ferienweide

Wer haftet wenns knall?

 

Wollen Sie Ihrem Pferd das unbeschwerte Galoppieren auf der Weide und sozialen Kontakt in der Gruppe ermöglichen, während Sie sich eine Auszeit gönnen? Oder sind Sie gar der Überzeugung, dass ihr Vierbeiner sich in einem Offenstall wohler fühlt als in einer konventionellen Boxenhaltung? Hierzu ein paar Gedanken aus der praktischen, als auch juristischen Sicht.

 

Pferde sind Herdentiere und brauchen angemessen Sozialkontakt. Dies sieht auch das Tierschutzgesetz vor. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Unterbringungsmöglichkeiten, die diesem Bedürfnis nach sozialem Austausch entgegenkommen. Die Haltung im Offenstall ist wohl die gängigste Art und hat sich auch grundsätzlich bewährt – doch diese Haltungsform ist weder für jedes Pferd geeignet noch ohne Probleme behaftet.

 

Will man das Tier neu in einen Herdenverband einbringen, sollte man einiges beachten. Ein Stallwechsel ist für jedes Pferd stressig. Für Pferde, die ihr bisheriges Leben in einer Einzelbox verbracht haben und sich nun neu in einem Gruppenverband behaupten und ihren Platz finden müssen, eine grosse Herausforderung. Die Umgebung und die Artgenossen sind fremd, weshalb eine behutsame Integration wohl der Schlüssel zum Erfolg ist. Man muss dem Pferd genügend Zeit zum Eingewöhnen geben und mit dem Reitstallbesitzer ausführlich besprechen, welchen Charakter es hat und in welche Gruppe es wohl am besten passen würde. Es gibt gemischte Gruppen, in welchen Stuten und Wallache zusammenstehen und dann wiederum Konzepte, wo strikt geschlechtergetrennte Gruppen geführt werden. Grosszügige Platzverhältnisse sind von Vorteil, doch darf nicht angenommen werden, dass dies allein für eine unproblematische Integration genügt. Nein, dafür braucht es etwas mehr als nur grosse Wiesen, nämlich ein Integrationskonzept, wache Augen und Ohren und Pferdeverstand sowie eine geeignete Infrastruktur, die eine sukzessive Integration in eine bestehende Gruppe ermöglicht. Die Pferde bilden in einer Herde klare Strukturen und bei einer genügend grossen Anzahl Tiere entstehen wiederum Untergruppen. Es ist deshalb von Vorteil, wenn Integrationsboxen und Weiden bereitstehen, so dass die Tiere sich langsam annähern und den ersten Riech- und Körperkontakt aufbauen können, ohne dass dabei erhöhte Verletzungsgefahr besteht. Letztlich ist die Beobachtung der diversen Verhaltensweisen der Tiere, die Kenntnis über einzelne Charaktere und des sozialen Verbandes eine wichtige Hilfe, um entscheiden zu können, wann das trennende Band zwischen dem Neuankömmling und der Herde entfernt werden kann. Nicht desto trotz bleibt es aber immer ein Risiko, Pferde im Verband zu halten, weshalb bei Sportpferden nach wie vor die Einzelhaltung die beliebteste Haltungsform darstellt.

  

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Lara Beaudouin



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