Das sind einige Themen im September WESTERNER

Foto: AdobeStock_352905590
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Training

Trainingstipp:
Belohnen mit Ruhe

 

Die magische Wirkung von Pausen   

 

Pausen lüften das Hirn und verhelfen zu einer kurzen Auszeit. Ein wichtiger Moment um den Blick zu heben, Gelerntes zu verarbeiten oder die Perspektive zu wechseln. Danach sind wir wieder leistungsfähig und motiviert. Wie wirken sich geschickt eingelegte Timeouts im Training auf das Pferd aus?

 

«Pausen helfen eine gute Beziehung zum Pferd aufzubauen und es macht es eifrig das zu tun, was wir von ihm verlangen», erklärt Joe Wolter in seinem Artikel über das Belohnen mit Ruhe. Wir Menschen machen täglich mehrere Pausen. Der Grund ist in der Regel ein Nachlassen der Konzentration. Mal kurz das Oberstübchen durchlüften, einen Kaffee trinken, eine Zigarette rauchen oder nur schon der Gang ans stille Örtchen wirken manchmal wahre Wunder. Erfrischt geht es zurück an die Arbeit, das nächste Ziel im Fokus. Eine Pause hilft aber auch den Tunnelblick zu öffnen, über die Arbeit nachzudenken und geistig zu verarbeiten. Nicht selten kommt nach einer kurzen Erholung

die zündende Idee, oder der Austausch mit einem Arbeitskollegen wirft plötzlich ein Lichtstrahl die Lösung eines Problems.

 

Auch Pferde brauchen während des Trainings Pausen. «Ich habe nie an Pausen gedacht, als ich Pferde trainierte», erklärt Joe Wolter. «Eines Tages realisierte ich das durch einen Zufall. Während ich dabei war einem Pferd wirklich etwas beizubringen, klingelte das Telefon. Ich sprach eine Weile mit dieser Person und konzentrierte mich anschliessend wieder auf mein Pferd – und, es funktionierte besser als vorher!» Wolter würde darauf wetten, dass viele Pferde ein klingelndes Telefon so lieben lernen, wie Kinder die Pausenglocke in der Schule oder ein Boxer den Gong der das Ende einer Runde im Boxring signalisiert.

 

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Andrea Fischer

Foto: Anna-Paola Wurlitzer
Foto: Anna-Paola Wurlitzer

Portrait

Ranch Little Wood
Pferde-Comfort
hat Vorrecht

 

Wenn Corona keinen Strich durch die Rechnung zieht, findet im Oktober die Schweizermeisterschaft im Ranch-Roping in Formangueires statt. Noch nie gehört? Möglich – doch in Zukunft dürfte dieser Ort ins Geografie-Repertoire vieler Schweizer Westernreiter*innen gehören: Die neu erstellte Anlage lässt keine Wünsche offen; schon gar nicht für Pferde. Auf ihre Bedürfnisse hin wurde «Ranch Little Wood» erstellt – Grund genug für WESTERNER dort mal vorbei zu schauen.

 

Zugegeben: Für diese Reportage musste zunächst auch Google helfen. Wo bitte liegt Formangueires? Gar nicht so weit weg, wie sich zeigte: nur 30 Minuten von Bern, A12-Ausfahrt Fribourg Nord. Die Ortschaft liegt grad jenseits des Rösti-Grabens, doch Berührungsängste mit «Suisse allemande» gibt es keine: Stéphane Bovigny und Carolane Morand heissen Ankömmlinge herzlich willkommen. Der Jungbauer und seine Partnerin führen die «Ranch Little Wood» gemeinsam. Wobei Stéphane betont: «Hier braucht es nicht zwei – hier braucht es 4». Zwar hätten er und seine Partnerin die Idee und die Vision gehabt, aber ohne das Mitwirken seiner Eltern wäre der Traum nicht Wirklichkeit geworden.

 

Alles unter einem Dach

Doch das ist er, und tront gut sichtbar oberhalb des Dörfchens: Das markante Dach deckt zunächst die Reithalle, 25x50 Meter, und irgendwie geschickt konzipiert mit genug Luft an heissen Sommertagen, ohne dass es zugig wird im Winter. Gleich daneben liegt der Saloon, ein Gemeinschaftsraum mit Küche, dessen Decke gleichzeitig die Zuschauertribüne bildet – Bar inklusive. Nach dem Putzbereich mit Sattelschränken und den Fressständen betri tt man (inzwischen unter freiem Himmel) den grosszügigen Gruppenstallbereich. Dessen Herz bildet die überdachte L-förmige Liegefläche, die die Pferde umrunden können (etwa, um im Sandbereich zu wälzen). Immer wenn das Wetter es zulässt, steht die direkt anschliessende Weide offen.

 

Sibylle Kloser Rhyner

 

Foto: Karin Rohrer
Foto: Karin Rohrer

Gesundheit

SPA für Pferde

Salzwasser-Hydrotherapie: 

Segen für Sehnen, Gelenke und Bänder –das Geheimnis liegt in der Kälte

 

Beat und Eva Nydegger betreiben im Stall BEN in Schwarzenburg ein Rehabilitations-Zentrum. Sie schwören auf die erzielten Ergebnisse bei Behandlungen im Equine Spa und haben mittlerweile viel Erfahrung mit der kalten Salzwasser-Hydrotherapie.

 

Diese äusserst effektive Form der Kaltwasseranwendung dient zur Behandlung und Vorbeugung von Verletzungen und wurde in diversen Studien bestätigt. „Die Tatsache, dass kaltes Salzwasser Entzündungen heilt ist unbestritten, ebenso die beschleunigte Heilung von Verletzungen an den unteren Extremitäten durch die Behandlung im Spa. Der Erfolg kann mittels Ultraschall-Untersuchung bewiesen werden“, betont Eva Nydegger.

 

Die grossen Vorzüge des Equine Spa sieht sie vor allem in der Präventation, denn Vorbeugen ist immer besser als heilen, wie ein altes Sprichwort besagt. «Gerade Sportpferde sind oftmals einer kontinuierlichen Belastung des unteren Gelenk- und Sehnenapparates ausgesetzt und die Spa-Behandlung kann als Teil des Trainings die Möglichkeit von schweren Verletzungen reduzieren, da Kälte nachweislich die Knochendichte verbessert. Zudem kann eine allfällige Steifheit nach einem Wettkampf vermieden und die Geschmeidigkeit des Pferdes erhalten bleiben. Oder die Behandlung findet in Form der Rehabilitation statt, wenn Ermüdungserscheinungen der Sehnen und Bänder auftreten». Hydrotherapie wird vorwiegend für den unteren Beinbereich des Pferdes angewandt, um Sehnen- und Gelenksentzündungen zu behandeln.  

 

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Karin Rohrer



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