Titelbild: Martina Burianova (Adobe Stock )
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Das sind einige Themen im Februar WESTERNER

Foto: Adobe Stock
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Haltung

Hygiene im Stall

 

Wie wichtig ist eine saubere Umgebung im Pferdstall

 

In Sachen Hygiene sind wir in den letzten Monaten zu Spezialisten geworden. Regelmässiges Händewaschen, Desinfizieren und Putzen von Händen und glatten Oberflächen gehört, nebst dem Abstandhalten, unterdessen zur Tagesordnung. Wie sieht es eigentlich im Stall bei unseren Pferden aus? Wie wichtig sollte man hier Sauberkeit und Hygiene nehmen?

 

Für uns Pferdebesitzer ist der Einzug in einen neu gebauten Stall eines der Highlights. Alles ist frisch, ungebraucht und sauber. Wer das schon einmal erleben durfte, kennt dieses Gefühl, das man durchaus mit Zufriedenheit uns Glück umschreiben kann. Doch die meisten Pensionsställe sind nicht neu. Was einmal neu war, kann schon nach kurzer Zeit schmuddelig und unhygienisch sein, wenn die Betreiber nicht konsequent auf Sauberkeit und Hygiene achten. Bakterien, Viren, Keime und Pilze mögen das feuchtwarme Klima in unseren Ställen und können zum Problem werden. Um das Risiko von Krankheiten und gar meldepflichtigen Seuchen zu minimieren, ist Stallhygiene wichtig.

 

Futter trocken lagern

Ob Rauh- oder Kraftfutter, eine trockene Lagerung ist wichtig. Heu und Stroh sollte von der Witterung geschützt auf einem trockenen Untergrund gelagert werden. Wenn von unten Feuchtigkeit durchzudrücken droht, kann man die Ballen auch auf Holzpaletten packen. Rauhfutter, was dunkle Stellen aufweist oder extrem staubt, ist oder war schimmlig. Dieses ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Pilzsporen kontaminiert und schädlich für die Lungen und die Verdauung unserer Pferde und darf nicht verfüttert werden. 

Die Fütterung von Heulage ist zwar beliebt und eignet sich für Allergiker, doch nicht allen Pferden bekommt sie. Einige reagieren mit Kotwasser und man wirkt zwar dem einen Problem entgegen, handelt aber ein neues ein. Eine Alternative ist das Wässern oder Bedampfen von Heu. Aber auch hier können sich ganz schnell Schimmelpilze bilden, die bzw. durch Neues ersetzen. Bei der Heulage gut darauf achten, dass die in Folie der eingepackten Ballen nicht beschädigt ist. Einmal beschädigte Ballen müssen sofort verbraucht, oder entsorgt werden. Bei Heulage sollte man besonders auf schimmelige Stellen schauen. 

 

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Andrea Fischer

Foto: Nirox
Foto: Nirox

Training

Führanlagen

Laufen im Kreis 

oder im Oval

 

Für das Pferd ist die Bewegung eines der wichtigsten Grundbedürfnisse. Natürlich kann eine Führanlage die freie Bewegung nicht völlig ersetzen. Aber in Kombination mit Reiten/Fahren, Auslauf und Weidegang kann sie als ergänzendes Trainingsinstrument für zusätzliche Bewegung eingesetzt werden.

 

Jürg Rawyler projektiert und vermittelt die Pferdeführanlagen von Molenkoning und kann auf über 25 Jahre Erfahrung mit Pferdestalleinrichtungen zurückblicken. «In vielen Ländern sind Führanlagen mit zehn Metern Durchmesser eine beliebte Grösse. Aber für die Schweizer Kundschaft ist eine Grösse von 15 Metern für bis zu sechs Pferden die gängigste Form, welche gebaut wird», weiss der Fachmann, der ein stetes Bedürfnis an Führanlagen auf dem Markt beobachtet. «Bei einem immer grösser werdenden Pferdebestand in der Schweiz steigt auch der Bedarf an Führanlagen und die Nachfrage ist extrem gestiegen, denn auf wenig Land müssen viele Pferde betrieben werden», erklärt Jürg Rawyler, selbst passionierter Rösseler, für den das Pferd ein magisches Geschöpf ist, mit einer unglaublichen Anziehungskraft. «Grundsätzlich haben wir Vorlagen, unsere Pferde zu bewegen. Und da spielt, gerade in Sportpferdeställen eine Führanlage oftmals eine wichtige Rolle und dient als modernes Werkzeug zur Bewegung. Aber es setzen auch vermehrt Privatställe mit Freizeitpferden auf diese Form des Trainings».

 

Von Aufwärmen bis Zeitersparnis

Jürg Rawyler erklärt, dass heute vom Gangpferd über Freiberger und Tinker bis zum Warmblut jegliche Rassen von der Bewegung in einer Führanlage profitieren können und auch Alter oder Grösse unwesentlich sind. Ausserdem sei der Aufenthalt in der Führanlage auch immer eine Abwechslung für das Pferd, obwohl es nur ringsum geht, respektive im Oval. Einfache Führanlagen sind gefragt, in welchen die Pferde zum Beispiel während der Stallarbeit am Laufen sind. 

 

 

Karin Rohrer

Foto: Rachel Florman Griffin
Foto: Rachel Florman Griffin

Zucht

Vorbereitung auf die Futurity

Longe Line mit US-Profi Anthony Leier

 

Longe Line fand vor einiger Zeit den Weg ins Disziplinen-Angebot der Swiss Futurity und ist den zwei- und dreijährigen Pferden vorbehalten. Anthony Leier aus Gordonville, Texas, ist spezialisiert in Longe Line-Training für junge Pferde. Er beurteilt die Longe Line Klasse als gute Vorbereitung, um stressfrei in das gerittene Showleben einzutreten. 

 

Dein Jungpferd raubt dir den Atem, während es über die Weide schwebt – es erfordert jedoch weit mehr als nur Basiswissen, um Trophäen von den stetig wachsenden und immer wettbewerbsfähigeren Longe Line-Events nach Hause zu bringen. Die Auswahl eines natürlich talentierten Bewegers ist nur der erste Schritt zum Erfolg. Der Longe Line-Spezialist Anthony Leier sagt, dass der Vorsteller eine wichtige Rolle dabei spielt, seinem Pferd wirklich zum Brillieren zu verhelfen. «Mit jungen Pferden verhält es sich so: in einer Minute sind sie aufmerksam und hören dir zu und in der nächsten Minute sind sie unkonzentriert und fallen auseinander», lacht er. «Als Vorsteller muss man ruhig bleiben und ständig kontrollieren, was das Pferd tut, damit es sein volles Potenzial entfalten kann.» Zu Hause bereitet Anthony seine Pferde mit einer Grundlage aus Bodenarbeit und Beständigkeit vor. An der Show nutzt Anthony seine Körperhaltung und seine strategischen Anweisungen, um mit seinem Pferd zu kommunizieren und die Leistung zu maximieren.

 

Schulter raus

Am Turnier sollte ein Jungpferd in der Lage sein, vertrauensvoll am Ende der langen Longe zu arbeiten und sich in einem perfekten Kreis, mit nur geringstem Durchhang der Longe, zu bewegen. Naturgemäss möchten die Pferde ihre innere Schulter fallen lassen und den Kreis während des Longierens verkleinern. Ein Grossteil von Anthonys Strategie konzentriert sich jedoch darauf, die Schulter seines Pferdes wieder heraus zu führen. «Wenn sich dein Pferd an der langen Longe bewegt, halte deinen Kopf und deine Brust auf der Höhe seiner Schulter und treibe es damit vorwärts und nach aussen. Fällst du mit deiner Körperposition nach hinten, erlaubst du dem Pferd den Kreis wieder zu verkleinern.  

 

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Rachel Florman Griffin
(Übersetzung aus dem englischen: SQHA)



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