Das sind einige Themen im Dezember WESTERNER

Foto: Redaktion
Foto: Redaktion

Erlebnisbericht

Wenn jede Minute zählt

 

Albtraum
Vergiftung

   

Der beste Freund von Pferd und Reiter ist vermutlich der Hund. Viele von uns haben auf den gemeinsamen Ausritten einen treuen Begleiter an ihrer Seite. Was, wenn es mitten im Wald von einer Minute auf die andere plötzlich um Leben und Tod geht?  

 

9.30 Uhr: Unter einer orangen Fliessdecke, flankiert von zwei wärmenden Bettflaschen liegt unsere Hündin. Es ist sehr ernst – ein Team von zwei Tierärztinnen und zwei Praxisassistentinnen versuchen in professioneller Hektik ihr Leben zu retten. 

 

Als an diesem Dienstagmorgen um 6.00 Uhr der Wecker losging, war die Welt noch in Ordnung. Meine Kaffeemaschine füllte blubbernd die Tasse, ich öffnete einen spaltbreit die Verandatür zum Garten und Moira und Saga sprangen raus um ihr «Bisi» zu machen. Gegen 8.00 Uhr packte ich die beiden für den Morgenspaziergang ins Auto. Nach einem Zwischenstopp im Volg, liefen wir etwas ausserhalb vom Dorf um etwa 8.15 Uhr los. Putzmunter wurde geschnüffelt, gerannt, gespielt. Es war ein wunderbarer Morgen. Sie Sonne stand tief, ihre Strahlen suchten den Weg durch die Baumstämme und liessen das Moos in einem kräftigen Grün erleuchten. Saga, unsere Kleine, kam auf eine Wildspur und zog heftig an der Leine. Ich lenkte sie spielerisch davon ab. Etwa 50 Meter weiter wurde sie plötzlich, obschon das morgendliche Geschäft bereits erledigt war, von akutem Durchfall geplagt. Wie eine Fontäne kam es hinten raus. Nanu, dachte ich und ging im Kopf die Dinge durch, die ich ihr am Tag zuvor zu fressen gab. Keine 20 Schritte weiter setzte sie sich sichtlich gestresst wieder hin. Diesmal kam eine transparente, schleimige Flüssigkeit. Zudem fing sie stark an zu speicheln. Meine inneren Alarmglocken schrillten und mein Verstand schärfte sich. Ich überlegte mir den kürzesten Weg zurück zum Auto und marschierte los …

 

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Andrea Fischer

Foto: Dead or Alive
Foto: Dead or Alive

Interview

Faszination Cutting

2,5 Minuten
pure Action

 

Quasi von der alten Arbeitsweise der Cowboys zum Hochleistungssport. Gemäss Wikipedia ist Cutting, an Preisgeldern gemessen, der am dritthöchsten dotierte Sport weltweit überhaupt, nach Tennis und Golf. Worin liegt die Faszination an dieser Prüfung, in der das Pferd möglichst selbständig arbeiten und während 2,5 Minuten das Rind im vorgegebenen Bereich halten soll?

WESTERNER hat sich mit Yvonne Heinzer unterhalten. Die 51-Jährige ist diplomierte Coiffeuse, seit 22 Jahren selbständig und wohnt in Altdorf im Kanton Uri. Seit 32 Jahren ist Yvonne Heinzer mit ihrem Partner Fedier Karl zusammen, welcher sie mit den Pferden und bei ihrem Hobby Cutting unterstützt.

 

 

Wie kamst du zum Cutting und wann hast du dir dein erstes Pferd zugelegt?

Vor 21 Jahren habe ich mein erstes Pferd gekauft, ein American Quarter Horse. Ich habe dann mit dem Westernreiten angefangen und verschiedene Diszipline ausprobiert. Durch Hansruedi Baumann, welcher dazumal Präsident des Schweizer Cutting-Vereins war, bin ich zum Cutting gekommen.

 

Was genau fasziniert dich an der Disziplin Cutting am meisten?

Mich fasziniert das tolle Gefühl auf einem Cutting-Pferd zu sitzen, wenn es stoppt und tief in den weichen Boden geht, spielerisch wendet wie eine Katze und man die Kraft und zugleich Eleganz und Freude vom Pferd spürt. Schön ist auch das Zusammenspiel zwischen Pferd, Reiter, Rind und Helfer.

 

Stell uns doch bitte deine eigenen Pferde etwas genauer vor

Ich habe drei eigene Pferde, alles sind Quarter Horses. «Erwin Pat Bar» ist  24 Jahre alt und ein richtiger Allrounder. Ich habe ihn vor 21 Jahren gekauft. Er wurde vorher aus Deutschland in die Schweiz importiert. «Royal Little Spot» ist ein 16-jähriges Cuttinghorse aus Texas. Diese Stute habe ich vor zehn Jahren in Italien bei Sheri Mason gekauft. Auch «Snappy Hunter» ist ein Cuttinghorse aus Italien und heute sechs Jahre alt. Die Stute habe ich vor vier Jahren zusammen mit meinem Freund Fedier Karl gekauft und zur Ausbildung zu meiner Trainerin Sheri Mason gebracht. Sie trainiert mich und mein Pferd und gibt mir ihr riesiges Wissen weiter.

 

 

Karin Rohrer

 

Foto: Andrea Gerber
Foto: Andrea Gerber

Movie

Filmrolle mit Pferd

 

Statist im neuen Film von Luke Gasser
«Tell – Jagt auf ewig»

 

Einmal im Leben in einem Film mitspielen. Eine Gelegenheit, die nicht gerade alltäglich ist. Erich Spichtig, Damaris Kiser und Thomas Gerber hatten dieses Glück und das gleich zusammen mit ihren Pferden Gina, Mono und Cuty.

 

Nächstes Jahr soll er in die Kinos kommen «Tell – Jagd auf ewig», die neuste Produktion des Obwaldner Regisseurs und Co-Produzenten Luke Gasser. Für den historischen Streifen benötige das Filmteam nebst 40 Sprechrollen, 100 Statisten und 30 Pferde. Thomas Gerber und seine Quarter Horse Stute Cuty kamen zufällig zu ihrer Rolle als Statisten, «sogar mit einer kurzen Sprechrolle und Kampfszene,» schmunzelt Thomas Gerber. Angefragt wurde er von Damaris Kiser. Die Innerschweizerin hat mit Mono, ihrem fünfzehnjährigen Lusitano-Wallach, am Filmdreh mitgemacht. Mono kam im Alter von neun Jahren in die Schweiz. Er erlebte in seiner Vergangenheit viel Schlechtes, woraufhin er als nahezu als unreitbar galt. «Alle haben mich vor ihm gewarnt. Wir haben in den letzten Jahren viel zusammen ausprobiert und gearbeitet. Die Filmrolle war für mich der Höhepunkt und zugleich ein Test für uns beide,» erzählt Damaris Kiser die inzwischen in Kanada lebt. «Mono konnte ich leider nicht mit nach Kanada nehmen. Heute lebt er bei einem guten Freund. Die beiden haben viel Spass zusammen.» Gina ist ein elfjähriges deutsches Sportpferd und läuft erfolgreich im Springsport bis zu einer Höhe von 145 cm. Kein Wunder, der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm – ihr Grossvater war ja auch Olympiateilnehmer. Wenn man die Schimmelstute im Springparcours sieht, fällt nebst ihrem Talent auch ihre Motivation auf. «Gina wird täglich geritten. An einem Tag Dressur, die anderen Tage Kondition, ausser donnerstags, da hat sie Springtraining,» erzählt uns Erich Spichtig. «In ihrer Freizeit kann sie sich frei in der Herde bewegen und darf auch täglich auf die Weide.» Eine Haltungsform, die noch viel zu selten ein Sportpferd geniessen darf. Aber sicher auch ein Grund dafür, dass Gina ihre Filmrolle so hervorragend gemeistert hat. 

Thomas Gerber und seine zwanzigjährige Cuty haben ebenfalls schon viel zusammen erlebt. Ob Reining, Cutting, Cowhorse im Trail oder bei Geländeritten, Cuty ist ein absolutes Verlasspferd – auch als Filmstatistin, wie sich bereits vor fünf Jahren herausstellte. 2014 spielten die beiden die Hauptrolle im Vorspann der Zürcher Kurzfilmnächte. Die Dreharbeiten fanden damals mitten im Zürich statt, wovon sich Cuty wenig beeindrucken liess.

 

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Andrea Fischer

 

 



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