Titelbild: Daniel Schaller mit Harry, Foto: Andrea Gerber
Titelbild: Daniel Schaller mit Harry, Foto: Andrea Gerber


Das sind einige Themen im Juli WESTERNER

Foto: Stefan Ostialdal
Foto: Stefan Ostialdal

Neue Serie

Starting Colts
Basisitraining von Jungpferden

 

Teil 5
Übergang in die Trense

 

Nachdem das Pferd nun einige Tage an die Wassertrense gewöhnt wurde, fange ich damit an zu arbeiten. Dafür verlasse ich meinen Roundpen, damit ich mehr gerade Linien reiten kann. Beim Auftrensen achte ich darauf, dass das Pferd den Hals fallen lässt und natürlich die Berührungen am Kopf duldet und das Aufnehmen des Mundstücks sollte für ein Pferd kein Problem sein. 

 

Und wenn doch, hilft etwas Honig an der Trense. Bei der Form der Wassertrense vertrete ich keine bestimmte «Religion», sondern vertraue meinem Gefühl. D-Ring Wassertrensen geben mir schon seit über zwei Jahrzehnten ein gutes Gefühl und erst wenn mir ein Pferd über längerem Zeitraum mitteilt, dass es sich damit nicht ganz wohl fühlt, probiere ich andere wie z.B. Billy Allen, dreiteilige, etc. aus. In der Regel nehmen meine Pferde gerne eine ganz normale Wassertrense. 

 

Bei den Zügeln bin ich etwas traditioneller veranlagt. Ich benutze gerne geschlossene Zügel mit Leadrope und Slobber Bars. Gerade bei jungen Pferden mag ich die geschlossenen Zügel lieber, da man gelegentlich schneller handeln muss und dies mit geschlossenen Zügeln meist etwas einfacher ist. 

Der Übergang vom Sidepull zur Trense findet bei mir nach ca. fünf- bis fünfzehnmal Reiten statt. Das Pferd hat bis dahin die Grundlagen der lateralen Nachgiebigkeit im Sidepull schon gelernt und wird dann in der Regel mit der Trense keine grösseren Schwierigkeiten haben. Noch am Sidepull war es mir wichtig, das Pferd stellen zu können und bei den ersten Reitversuchen dazu zu bewegen, dass es in der Schulter seiner gestellten Nase folgt, um die erste Grundlage der Lenkung zu installieren. Das Gleiche möchte ich nun mit der Wassertrense. 

 

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Stefan Ostiadal

Foto: Miriam Ledermann
Foto: Miriam Ledermann

Western People

Zu Gast bei

Sylvia Seebacher – trotz Turniererfolge steht das Wesen Pferd für sie im Vordergrund

 

Ob Pferde anreiten, Weiterbildung und Korrektur oder Turniervorbereitung, Reitstunden und Kurse, Sylvia Seebacher bietet ein reichhaltiges Programm für Pferd und Reiter. Ein kleiner Pensionsstall, ein Westernstore und ein touristisches Angebot «Ride & Camp», runden das vielschichtige Angebot ab. Aber wie kam Sylvia Seebacher zum Westernreiten? WESTERNER hat sie auf ihrer Ranch in Court besucht.

 

Sylvia Seebacher ist im freiburgischen Guschelmuth, etwas oberhalb von Murten aufgewachsen. Sie besuchte nach der obligatorischen Schulzeit während drei Jahren die Handelsschule in Fribourg: «Eigentlich hatte ich damals noch so gar keinen Plan im Leben und wollte einfach mal eine gute Basis setzen». Die Zirkuswelt hatte sie schon immer fasziniert und so zögerte sie nicht lange, als 1986 in der Berner Zeitung ein Job ausgeschrieben war für administrative Arbeiten und Verteilen von Werbung. «Ein Jahr lang durfte ich mich in dieser Traumwelt bewegen und habe es sehr genossen», erzählt die 55-Jährige. Anschliessend arbeitete sie sieben Jahre im Sekretariat einer Orientierungsschule, danach Teilzeit für eine Informatikschule. Schon als Kind wollte Sylvia Seebacher unbedingt in der Nähe von Pferden sein. «Ich hatte immer eine kleine Zuckerdose im Kleiderschrank versteckt für mein zukünftiges Pferd und kannte die Felix Bühler-Kataloge auswendig», erinnert sie sich schmunzelnd: «Ich war schon immer ein «Draussen-Mensch» und irgendwo habe ich den Pferdevirus eingefangen». Aber erst mit rund 20 Jahren, als sie ihr eigenes Geld verdiente und sich Reitstunden leisen konnte, bekam Sylvia Seebacher ihren ersten Reitunterricht in der klassischen Reitweise und kaufte ihr erstes eigenes Pferd, Mozart: «Er war ein super Anfängerpferd und hat mir sehr viel Vertrauen geschenkt». Leider musste sie ihren geliebten Mozart infolge Strahlbein-Lahmheit hergeben.

 

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Karin Rohrer

Foto: Tedi S Photography (Adobe Stock)
Foto: Tedi S Photography (Adobe Stock)

Recht

Alles, was Recht ist …

Mein neues Pferd hat PSSM – kann ich den Kaufvertrag anfechten?

 

 

Jay ist passionierter Westernreiter und Vater von Jessica, die mittlerweile ebenfalls ihre Liebe zum Westernreiten gefunden hat. Um in Zukunft gemeinsam das Hobby zu betreiben, kauft Jay eine junge Quarter Horse Stute für Jessica für CHF 15'000.-, welche schon bald Einzug in den heimischen Stall findet. Nach den ersten Wochen des Einlebens zeigt die Stute Auffälligkeiten beim Reiten. Der Tierarzt wird gerufen und mittels Blutuntersuchung wird festgestellt, dass das Tier den Gendefekt PSSM Typ 1 (PSSM1) aufweist. 

 

Jay hat sich im Internet schlau gemacht und Panik bekommen. Die Stute ist auffällig beim Reiten, aber seine Tochter auch noch keine erfahrene Reiterin, weshalb für ihn nicht eindeutig klar ist, ob diese Auffälligkeiten aufgrund des Gendefekts oder aufgrund des reiterlichen Könnens seiner Tochter bestehen. 

 

Er findet Folgendes heraus: Die genetisch bedingte Muskelerkrankung (Polysaccharide Storage Myopathy) wird in zwei verschiedene PSSM-Typen unterteilt. Es handelt sich dabei um eine genetisch bedingte Muskelerkrankung die zu übermässiger Speicherung von langkettigen Zuckermolekülen (Polysacchariden) in den Muskelzellen führt. Dies führt zu einer Funktionsstörung der Muskelzellen und unter Umständen zu Muskelabbau. Der PSSM Typ 2 ist noch nicht eindeutig identifiziert worden.

 

Diese Informationen beunruhigen ihn sehr, weshalb er sicherheitshalber den Kaufvertrag rückgängig machen will, da er befürchtet, dass das Pferd in Zukunft aufgrund dieses Gendefekts unreitbar würde und damit nicht mehr als Reitpferd dienen kann. Er fürchtet vor allem auch, dass hohe Kosten auf ihn zukommen und dies ist, bei einem bereits knappen Budget, für ihn eine potentielle zusätzliche Belastung, die er nur schwer tragen könnte. Wie sieht das Recht seinen Sachverhalt?

 

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Lara Beaudouin, Rechtsanwältin



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