Das sind einige Themen im Oktober WESTERNER

Foto: Foto Stephan Karg-Adobe Stock
Foto: Foto Stephan Karg-Adobe Stock

Recht

Alles was RECHT ist…

 

und was geschieht mit der Pensionsbox, wenn diese für eine Weile nicht mehr gebraucht wird?   

 

Kürzlich hatte ich einen Anruf von Frau M. Sie musste ihr Pferd in die Rehabilitationsklinik bringen, da es sich verletzt hatte und nun spezielle Pflege benötigt. Es ist klar, dass das Pferd für drei Monate fremd eingestallt werden muss und danach ist wieder die Heimreise angepeilt. Was passiert aber nun mit der Pensionsbox bzw. wie sieht es mit der Bezahlung des Pensionspreises aus? Verliere ich den Anspruch auf Beibehaltung der Box? Muss ich voll bezahlen, wenn ich diese behalten will oder darf ich eine Reduktion verlangen und muss der Stallbesitzer dies gewähren? Wie viel darf man reduzieren? Dies alles waren Fragen von Frau M., die so beantwortet werden können:

 

Viele wissen, dass es sich bei einem klassischen Pensionsvertrag um einen Hinterlegungsvertrag im Sinne von Art. 472 des Obligationenrechts handelt. Dabei verpflichtet sich der Aufbewahrer (Pensionsgeber) dem Hinterleger (Pensionär), eine bewegliche Sache (das Pferd), die dieser ihm anvertraut (einstallt), zu übernehmen und sie an einem sicheren Ort (Stall) aufzubewahren. Die Vergütung (Pensionspreis) kann nur gefordert werden, wenn sie ausdrücklich bedungen oder nach den Umständen zu erwarten war. Viele meinen auch zu wissen, dass dieser Pensionsvertrag aber reines Papier sein soll und für die Parteien letztlich nicht bindend sei. Das ist nicht ganz richtig. Grundsätzlich haben wir im Schweizer Recht die Vertragsfreiheit. Wir können somit selber die Konditionen bestimmen, die eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Parteien ausmachen. Diese Freiheit wird lediglich durch zwingende gesetzliche Bestimmungen beschränkt. 

 

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Lara Beaudouin, Rechtsanwältin

Foto: Karin Rohrer
Foto: Karin Rohrer

Portrait

Zu Besuch bei
Paint Horses als 

Familien-Leidenschaft

 

Angefangen als Zucht-Pioniere von Paint Horses in der Schweiz hat sich Familie Schaad aus dem bernischen Kleindietwil einen Namen gemacht. Die Töchter Sheila und Tanja Schaad sind seit Jahren erfolgreich auf den Turnierplätzen im In- und Ausland unterwegs und setzen dabei auf ihre bunten Pferde.

 

Eigentlich hätte Marianne Schaad mit ihrem «Sensational Stuff» (genannt Noah) noch ganz andere Pläne gehabt. Aber nicht immer läuft alles nach Plan, denn im Herbst 2016 war der Wallach von einem Tag auf den anderen stocklahm. «Wir liessen Noah röntgen und da stellte sich heraus, dass er eine zweifache, gefüllte Zyste im Strahlbein hatte», erinnert sich Marianne Schaad. Es folgten unschöne Zeiten, denn der achtjährige «Noah» legte sich häufig hin, schien Schmerzen zu haben und die Familie unternahm alles Mögliche, ihm zu helfen: «Wir liessen einen Spezialbeschlag anbringen, aber schlussendlich haben wir alles runtergenommen und mit einem Hufpfleger auf Barhuf umgestellt. Nach einer langen Zeit, nur mit Spaziergängen an der Hand, suchten wir eine neue Aufgabe für «Noah», denn seine Lebensfreude war wiedergekehrt, aber Belastung sollte vermieden werden. Mit einer grossen Portion Glück fanden wir den idealen Platz für ihn, wo er sich sofort wohlfühlte. 

 

Von der Turnierbühne auf die Alp

«Noah» geniesst nun sein Leben auf einem Biohof in der Lenk. Er darf auf Alpweiden grasen und wird von Kindern mit Streicheleinheiten verwöhnt, ihm geht es prächtig», freut sich Marianne Schaad. Die 59-Jährige ist Pflegefachfrau im Aufwachraum-Team der SRO Tagesklinik und unternimmt gerne Alpintouren und Bergwanderungen. Daneben gehören Fotografie, Garten mit Heilpflanzen und Aromatherapie zu ihren Leidenschaften. Natürlich bereitet ihr auch das Hüten der Grosskinder grosse Freude. Ehemann Karl unterstützt den Rösseler-Virus seiner Familie, ist tatkräftig an den Western-Turnieren mit dabei und für alle eine grosse Stütze. Der 61-Jährige schneidet bei Glas Trösch Glas zu, absolviert momentan die Fliegenfischenprüfung, im Winter kommt Eisfischen dazu und er mag Wandern, Reisen «und Pferde», wie er schmunzelnd hinzufügt. Karl ist ein richtiger Allrounder und baut sich selber ein Kajak, hat auch schon fahrbare Sattelböcke in Eigenregie hergestellt und ist immer zur Stelle, wenn Not am Mann ist im Stall und auf Turnier.

 

Karin Rohrer

 

Foto: MCVM
Foto: MCVM

Medizin

Nachgehakt: Mit Schraube Hufbeinrotation verhindern

Eine radikale Behandlung bei akuter Laminitis oder viel Schall und Rauch?

 

Im Sommer 2015 experimentierten Wissenschaftler des Western College of Veterinary Medicine (WCVM) der University of Saskatchewan in Kanada, um mit einer einzigen Schraube eine Rotation des Hufbeins bei akuter Hufrehe zu verhindern.

 

Der Begriff akute Hufrehe bezieht sich auf eine Entzündung empfindlicher Strukturen im Huf, welche als Lamellen bezeichnet werden. Es gibt zahlreiche Ursachen und je nach Auslöser kann sich ein Pferd davon vollständig erholen, oder der Zustand kann chronisch werden.

In einer akuten Hufrehe-Phase entzünden sich die Lamellen, welche die Hufwand an das darin liegende Hufbein festhalten. Während dieses sehr schmerzhaften Prozesses verliert in der Regel das Hufbein den Halt an der Vorderseite des Hufs. Es beginnt sich in der Folge von der Hufwand zu trennen und dreht oder sinkt in den Huf hinein.

Während des anfänglichen Entzündungsstadiums bestand das Ziel der Tiermediziner darin, die Entzündung mit Medikamenten und Eis (Kryotherapie) zu reduzieren, um zu verhindern, dass sich das Hufbein dreht oder senkt.

Die Mediziner experimentierten mit der Möglichkeit, ein Rotieren des Hufbeins in ihren Anfängen zu stoppen, indem sie eine einzige Schraube implantierten.

 

Im Sommer 2015 arbeitete die Veterinärstudentin Kathryn Carmalt, mit den Pferdechirurgen Dr. David Wilson und Prof. James Carmalt sowie in Zusammenarbeit mit anderen Tierärzten beim WCVM daran diesen neuen Weg zu entwickeln, um die Rotation des Hufbeins während eines akuten Hufrehe-Schubes zu stoppen.

 

 

«Alle derzeitigen Behandlungen für Laminitis sind medizinischer Natur, aber das Problem ist ziemlich physisch», sagte Kathryn Carmalt. «Der Knochen dreht sich im Huf. Warum also diesen nicht mechanisch anhalten? Warum nicht physisch verhindern, dass er sich dreht, ähnlich wie bei der Stabilisierung einer Fraktur?».

 

Wir haben nachgefragt ob diese Behandlungsmethode zum Erfolg geführt hat.

 

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Ruedi Bönzli



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