Titelbild: Adobe Stock 56036036 (Zuzule)
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Das sind einige Themen im April WESTERNER

Foto: Stefan Ostialdal
Foto: Stefan Ostialdal

Neue Serie

Starting Colts
Basisitraining von Jungpferden

 

Teil 1
Philosophie und Gedanken zur Pferdeausbildung 

 

Ein gut gerittenes Pferd. Ein Pferd, welches auf die leichtesten Hilfen willig reagiert, mit dem ich auf einer Ranch den ganzen Tag arbeiten könnte und auf das ich mich in jeder Situation verlassen kann. Das ist mein persönlicher Anspruch. Doch bis es soweit ist, vergehen Monate und Jahre und es ist ein langer Weg.

 

Von Anfang an wollte ich immer den Weg dorthin kennen und verstehen. Es wurde meine Leidenschaft und ich habe grosse Freude daran, Menschen bei der Ausbildung ihres Pferdes unter die Arme zu greifen. Es war immer mein Anliegen den jungen Pferden zu helfen und für sie ein guter Leader zu sein. Völlig unabhängig von ihrer späteren Verwendung oder Abstammung. Ein Pferd zu «starten» ist wie täglich Weihnachten. Man bekommt viel geschenkt, wenn man einige Dinge beachtet und sich einen Plan macht. 

Pro Pferd sein, sich Gedanken machen, statt stupide nur Techniken anzuwenden ist es, was für mich einen guten Trainer ausmacht. Als junger Mensch habe ich anfangs nur Techniken kopiert und alles geglaubt was man mir erzählt hat. Als ich etwas reifer wurde, bin ich kritischer geworden und heute habe ich meinen persönlichen Weg gefunden. Für mich war immer klar, ich möchte ein Pferd, dass mir vertraut aber auch Respekt mitbringt. Ein Pferd das mir folgt, aber auch weicht. Ganz besonders aber ein Pferd, welches sich bei mir wohl fühlt und gerne mitkommt. Nur dann macht mir das Reiten auch Spass! In der nachfolgenden Serie möchte ich meinen «roten Faden» etwas genauer darstellen und hoffe damit, dem einen oder anderen Pferdeliebhaber bei der Ausbildung seines Pferdes weiter zu helfen.    

 

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Stefan Ostiadal

Foto: Archiv Barhufteam
Foto: Archiv Barhufteam

Pferdewissen

Ist das so?

Der Mythos über weisse und schwarze Hufe

 

Noch immer glauben einige Pferdebesitzer – sowie auch einige Hufschmiede – dass weisse Hufe bei Pferden eine schlechtere Hornqualität als schwarze Hufe aufweisen. Die Wissenschaft lehrt uns jedoch seit Jahren – entgegen dem Mythos – etwas ganz anderes.

 

In verschiedenen Studien wurden die Abriebfestigkeit, Elastizität und Steifigkeit der Hufwand, der Wassergehalt, die chemische Zusammensetzung und mehr getestet. Doch nie wurde herausgefunden, dass die Pigmentierung der Hornwand einen Einfluss auf seine Eigenschaft oder auf die Festigkeit der untersuchten Hufe hat.

Der einzige Unterschied zwischen schwarzen und weissen Hufen sind die Anzahl der pigmentproduzierenden Zellen (Melanozyten). 

 

Diese Pigmentierung ist normalerweise nur im äusseren Teil der Hornwand anzutreffen, so dass in Wirklichkeit alle Hufe unter der äussersten Hornschicht weiss sind. 

 

Wäre dies nicht der Fall würden insbesondere gröbere Probleme bei gestreiften Hufen auftreten. Rissbildung infolge der unterschiedlichen Materialfestigkeit wären unweigerlich die Folge davon. Da solche Unregelmässigkeiten jedoch wissenschaftlich nicht festgestellt werden konnten, kann davon ausgegangen werden, dass die Hornfarbe (Pigmentierung) keinen Unterschied in der Festigkeit ausmacht.

 

Trotzdem ist immer wieder zu hören: «Mein Pferd hat weisse Hufe und ist aus diesem Grund besonders auf steinigem Boden sehr empfindlich» oder «meine Hufschuhe drehen immer beim weissen Huf meines Pferdes». 

 

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Ruedi Bönzli

Foto: Adobe Stock 76809336 / Sven Bachstroem
Foto: Adobe Stock 76809336 / Sven Bachstroem

Recht

Mein Pferd per Mausklick?

Was man vor dem Bieten wissen sollte

 

Ich surfe schon einmal gerne im Internet nach Schnäppchen – gerade sind wieder die Gamaschen kaputt gegangen und ich weiss auch genau, welche ich möchte. Nur nicht zum teuren Preis, sondern als Schnäppchen eben. Reiter- und Pferdeartikel online kaufen ist bereits seit Jahren gang und gäbe. Neuerdings in Zeiten der Covid-19-Pandemie besteht nun auch ein Trend, sich Pferde über online Auktionen zu kaufen.

 

Solche Plattformen gibt es derweilen viele und adressieren sich nicht nur an professionelle Pferdehändler, sondern auch an Amateursportler und Freizeitreiter. Gemäss einer Studie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung wechselten im Jahr 2019, 884 Reitpferde zu einem Durchschnittspreis von 24’725 EUR über eine online Plattform den Besitzer. Weiterhin wurden bei den Auktionen der Zuchtverbände rund 1’645 Zuchtpferde und Fohlen sowie Ponys und Kaltblüter versteigert. Die Tendenz ist steigend.

 

Auch die Schweiz folgt diesem Trend und versteigert online Pferde, vorwiegend Fohlen. So zum Beispiel auch der Verein Schweizer Sportpferde. In einer krisengeplagten Zeit muss man innovative Lösungen suchen, um zu überleben. So sind Verkaufsschauen online wohl eine gute Alternative zu Präsenzveranstaltungen und ermöglichen den Züchtern und Pferdehändlern ihre Tiere auf den Markt zu bringen. Man kann bequem über den PC oder unterwegs über das Smartphone bieten. Beim Fohlenkauf ist die online Auktion wohl eine interessante Angelegenheit. Man kann Einsicht nehmen in einen Vet-Check und allenfalls ein Video anklicken oder live zuschauen, wie sich das Pferd bewegt. Ausprobieren kann man das Fohlen ohnehin nicht. Auch bei einer Veranstaltung vor Ort, müsste man das Bauchgefühl walten lassen. 

 

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Lara Beaudouin, Rechtsanwältin



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