Das sind einige Themen im April WESTERNER

Foto: Karin Tillisch
Foto: Karin Tillisch

Pferdewissen

Seniorenpferde – fit und charmant ins hohe Alter

 

Körperliche und geistige Veränderungen im Herbst des Lebens und ihre Auswirkungen auf den Alltag 

 

Mit voranschreitendem Alter ändert sich vieles, körperlich und mental, bei unseren Pferden. Beides zusammen führt manchmal zu sehr starken Wesensveränderungen, welche wir auf den ersten Blick so gar nicht verstehen können.

 

Da ich mit Shadow diese starken Veränderungen seit einigen Jahren durchlebe, hier ein paar Beobachtungen und Tipps, wie auch ihr mit eurem Seniorenpferd den «täglichen Wahnsinn», mit einem Lächeln auf den Lippen, meistern könnt.

 

Die Alterszipperlein – wenn es ein bisschen quietscht und zwackt

«Früher waren wir jung und knackig... heute knacken wir nur noch. Aber Spass haben wir immer noch».  Mit diesen Worten moderierte ich Shadows letzte Show an und hatte gleich schon herzhafte Lacher im Publikum, die sich dann an den «Altersstarallüren» von Shadow und einer seniorenpferdegerechten Show erfreuen konnten.

 

Natürlich kann auch Shadow nicht mehr so wie früher. Die Zeiten wo wir zehn Kilometer am Stück den Schwarzwald hochgaloppiert sind und Shadow am Ende der Strecke dann gerade mal warmgelaufen war und voller Eifer fragte: «Und was machen wir jetzt? Wo geht es weiter? Was geht?». Diese Zeiten sind vorbei.

Auch die Zeiten in denen Starlight in der Reining so schnelle Spins zeigte, dass selbst seinem Trainer dabei ab und zu im Sattel schlecht wurde, und er mit geradezu tänzerischer Leichtigkeit Full Speed durch die großen Arenen in Mooslarge, Kreuth und Augsburg bretterte.

Nebst das «Bein kommt, Pony geht» – Pony ist ruhiger geworden. 

 

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Karin Tillisch

Foto: Shutterstock
Foto: Shutterstock

Alles was recht ist

CORONAVIRUS …

… und die Folgen davon!

 

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) stufte der Bundesrat die Situation am 16. März 2020 als eine äusserst besondere Lage ein und entschloss sich zu einem Lockdown. Damit sind bis zum 19. April 2020 alle Veranstaltungen verboten. Dieses Verbot betrifft auch die Sportveranstaltungen in der Pferdewelt. Der schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) hat dazu Informationen auf der Website veröffentlicht, welche vorerst bis zum 30. April 2020 gelten. 

 

Bezüglich der Rückerstattung der bereits bezahlten Nenngelder und Abgaben der Veranstalter an den SVPS wurde ebenfalls eine Weisung erteilt. Die Nenngelder an die Reiter und Reiterinnen von abgesagten Veranstaltungen werden zurückerstattet. Erfolgt die Absage nach Nennschluss, so müssen die Veranstalter dem SVPS nur das Geld zurück überweisen, welches sie bereits von der SVPS erhalten haben. Andere Gebühren werden nicht erhoben.

 

Diese vom Bundesrat verordneten Massnahmen haben wirtschaftliche Folgen für die Veranstalter und Vereine. Aber auch für Reiterinnen und Reiter, die bereits Hotels und sonstige Reisekosten im Voraus bezahlt haben. Auch Absagen, abgesehen von der verdorbenen Vorfreude, sind ebenfalls finanziell unerfreulich. Es kommt damit die Frage der Haftung auf. Ein wichtiges Thema, welches uns Pferdeleute auch ausserhalb von CORONAVIRUS zu interessieren hat. Wie sieht es zum Beispiel aus, wenn wir Tickets für eine Pferdeshow oder ein internationales Springen gekauft haben und dieses nicht stattfinden kann? Wer haftet also, wenn eine Veranstaltung abgesagt wird? 

 

Lara Beaudouin, Rechtsanwältin

 

Foto: Nicole Eschkenasoff
Foto: Nicole Eschkenasoff

Ranch Horse

Altkalifornische Vaquero Reitweise mit Sarah Matti

 

Ein respektvolles Miteinander

 

Die Altkalifornische Vaquero Reitweise hat eine lange Tradition und entstand im frühen Kalifornien. Sie vereint die altklassische Reitweise der spanischen Eroberer Amerikas und den wertschätzenden Umgang der amerikanischen kalifornischen Ureinwohner mit Natur und Tier.

  

Sarah Matti ist in mehreren Sätteln zu Hause, fühlt sich auch auf dem Kutschbock oder beim Skijöring wohl. So hat sich die vielschichtige Westernreiterin, dem Traditional Vaquero Horsemanship, der klassischen Dressur wie auch der Rinderarbeit verschrieben. In ihrer Heimat, dem schönen Saanenland, führt sie Tagesritte, erteilt Reitunterricht und Geländetraining und vieles mehr. Das grosse Steckenpferd der 36-Jährigen ist die Altkalifornische Vaquero Reitweise, welche quasi zwei Teile vereint, nämlich einerseits das traditionelle Equipment mit Hackamore, Two-Rein, Spade bit und andererseits die Ausbildungsmethode und der Umgang mit dem Pferd während dieser Ausbildung. Sarah Matti ist begeistert von dieser gefühlvollen Arbeitsreitweise, in der eine Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd und ein respektvolles Miteinander im Vordergrund steht. Sie gewährt WESTERNER ein paar Eindrücke in ihre Auffassung und Arbeitsweise, welche sie als «Balance, Signal & Softness Approach» bezeichnet.

 

Lead by Example

«Wenn wir Geschmeidigkeit, Feinfühligkeit und Balance in einem Pferd wünschen, müssen auch wir Geschmeidigkeit, Feinfühligkeit und Balance beweisen. Sind wir dazu in der Lage, so führen wir das Pferd, indem wir ihm ein Vorbild sind. Dazu gehört auch, dass wir es dem Pferd so einfach wie möglich machen, das Gewünschte auszuführen», erklärt Sarah Matti. Die Trainerin hat früher nach dem Prinzip gearbeitet «Druck und Nachgeben». Wenn also ein Pferd etwas nicht mochte, hat sie Druck gemacht, bis es vom Druck wich, sie hat dem Pferd also die negative Verknüpfung beigebracht, weil das Pferd gehorcht hat, damit der Druck weggeht und nicht, weil es das gerne macht. Sarah Matti begann, sich zu hinterfragen, warum der Druck denn stetig erhöht wurde, anstelle ihn abzubauen. 

 

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Karin Rohrer

 



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