Titelbild: Terri Cage (Adobe Stock )
Titelbild: Terri Cage (Adobe Stock )


Das sind einige Themen im Juni WESTERNER

Foto: Stefan Ostialdal
Foto: Stefan Ostialdal

Neue Serie

Starting Colts
Basisitraining von Jungpferden

 

Teil 3
Erstes Satteln und Fahren vom Boden

 

Wenn ich das junge Pferd an den Sattel gewöhnen will, gehe ich in einzelnen Schritten und systematisch vor. Man könnte natürlich ohne größere Vorbereitung den Sattel einfach auflegen, gurten und basta! Früher wurde das auch oft so gemacht und meistens ging es auch gut. Das Pferd bockt dann eventuell einige Runden und das war es dann. Es geht aber eben nicht immer gut und ein zu schnelles Vorgehen kann bei manchen Pferden nachhaltige Probleme verursachen. Von Verletzungen ganz zu schweigen! Aus diesem Grund ist ein systematisches Vorgehen sehr sinnvoll.

 

Meine jungen Pferde bekommen schon während dem Heranwachsen immer mal wieder etwas auf den Rücken gelegt. Sei es eine Jacke, ein Pad oder ähnliches. Wenn das immer wieder gemacht wird, ist es später kein Problem ein Pad oder den Sattel aufzulegen. Viel unangenehmer für Pferde ist das Gurten. Wie in der vorigen Folge erklärt, lernen meine Pferde deshalb bereits in der Bodenarbeit durch ein Bodenarbeitsseil den Druck um den Rumpf kennen. Wann immer ich nun mit dem Pferd arbeite, findet parallel eine weitere Form des Lernens statt. Ich gewöhne das Pferd an die Wassertrense. 

 

Schon täglich bekommt das Pferd die Wassertrense in der Box angezogen. Und auch wenn ich dann vom Boden aus mit dem Pferd arbeite trägt es eine Wassertrense zur Gewöhnung.  

Doch nun zurück zum Sattel. Die erste Stufe nach der Übung mit dem Bodenarbeitsseil ist ein Deckenbauchgurt, den ich um den Rumpf des Pferdes lege. Und nun kommt etwas Entscheidendes. Das Pferd wird damit bewegt. Es muss in allen Gangarten laufen. 

 

Im Roundpen wie auch an der Longe. Denn nur in der Bewegung findet ein effektives Lernen durch Gewöhnung statt. Und gerade das Tragen eines Gurtes empfindet ein Pferd anfangs in der Bewegung als unangenehm. Deshalb sollte das Pferd laufen. Und zwar so lange bis das Pferd sich mental zufrieden gleichmäßig bewegt. Dies geschieht meist schon nach wenigen Runden. Nach dem Bauchdeckengurt mache ich das gleiche mit einem Riding Pad. 

 

 

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Stefan Ostiadal

Foto: Wikipedia
Foto: Wikipedia

USA

Four Sixes Ranch

Vier legendäre Sechsen wechseln den Besitzer

 

Wer kennt es nicht, das Foto des Red Barn mit den vier Sechsen auf der Stirnseite. Die legendäre Four Sixes Ranch wechselt zum ersten Mal nach ihrer Gründung vor über 150 Jahren den Besitzer. Nur wenige Ranches in den USA können mit der Geschichte, Grösse und dem Prestige der 1870 gegründeten Ranch mithalten.

 

Die Legende besagt, dass damals alles mit einem Pokerspiel und einer gewinnenden Hand von vier Sechsern begann – eine grossartige und typisch texanische Saga. Die wahre Geschichte der 6666's Ranch begann mit Samuel Burk Burnett, der zu einem der einflussreichsten und wohlhabendsten Viehzüchter in der Geschichte von Texas gehörte.

 

Samuel Burk Burnett wurde 1849 in Bates County, Missouri, geboren. Im Alter von 19 Jahren kaufte Burnett hundert Rinder, die mit dem Brand 6666 versehen waren. Bald danach begann er Ranches zu leasen und schliesslich zu kaufen, um seinen Ranchbetrieb zu erweitern. Um 1900 kaufte er die 8-Ranch in der Nähe von Guthrie, Texas im King County. Bald kam die Dixon Creek Ranch im texanischen Panhandle dazu und er begann die 8-Ranch zu der heutigen 6666's Ranch auszubauen. 1917 beschloss er, in Guthrie das schönste Ranchhaus in West-Texas zu bauen. Dieses stattliche Haus ist immer noch das Haupthaus auf der 6666's Ranch. Es wird erzählt, dass es 100’000 US-Dollar kostete, was zu dieser Zeit als enormer Geldbetrag angesehen wurde. Das Haus wurde aus Steinbrüchen und anderen Materialien gebaut, welche mit einem Wagen nach Guthrie gebracht wurden. Zu den frühen Besuchern des Hauses gehörten Präsident Roosevelt, Will Rogers und der indische Häuptling Quanah Parker. 1921 wurde Öl auf der Dixon Creek Ranch entdeckt und 1969 ein grosses Ölfeld auf der 6666 Ranch.

 

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Text/Übersetzung: Andrea Fischer
Quelle: chassmiddleton.com / Texas Monthly

Foto: Adobe Stock 66693617 /  Rita Kochmarjova
Foto: Adobe Stock 66693617 / Rita Kochmarjova

Freizeit

Gymkhana

Geschicklichkeit auch im Westernsattel

 

Gymkhana-Prüfungen sind seit vielen Jahren eine beliebte Startmöglichkeit bei Freizeitreitern. Am besten umschreiben lässt sich diese Pferdesportdisziplin mit Geschicklichkeitsreiten und ist klar von anderen Freizeitreiter-Disziplinen wie zum Beispiel Pony Mounted Games zu unterscheiden. Gerade für Westernreiter sind Gymkhanas geradezu prädestiniert.

 

Der Parcours besteht aus einer Vielzahl von Hindernissen und Aufgaben, die vom Teilnehmer reiterliches sowie manuelles Geschick erfordern. So kann gefordert sein, dass der Reiter einen Gegenstand von A nach B transportieren, etwas stapeln, umhängen oder bewegen soll. Die Parcoursbauer achten darauf, dass reine Glücksspiele vermieden werden und alle Teilnehmer die gleichen Bedingungen vorfinden. Auch seitens des Pferdes bestehen einige Anforderungen, soll es doch zum Beispiel nach einem Sprung oder einem Slalom im Trab beim nächsten Hindernis ruhig stehen bleiben oder zentimetergenau durch Stangen rückwärts treten. Die Wahl der Gangart ist meistens frei, sie kann jedoch bei einzelnen Hindernissen vorgegeben werden. 

 

Punkte sammeln im Parcours

Nebst einer häufig umfangreichen und fantasievollen Dekoration im Parcours können auch visuelle oder gar akustische Akzente gesetzt werden. So ist es für eine gute Rangierung unumgänglich, dass sich ein Pferd nicht zu sehr ablenken lässt, gelassen auch an ihm unbekannte Hindernisse herangeht und zu seinem Reiter Vertrauen hat. Oftmals können ein kleines zur Seite weichen, ein Schritt oder Zögern zu viel, schon wertvolle Punkte kosten, denn das Niveau in diesen Prüfungen ist stetig gewachsen. So stellt ein Flattervorhang oder ein Stangen-Grill heute kaum noch eine grosse Herausforderung für die erfahrenen Reiter und Pferde dar. Die Parcoursbauer sind somit gefordert, eine Mischung aus bewährten Hindernissen und neuen Ideen zu vereinen, um den Reitern spannende Aufgaben stellen zu können. Es können dem Trail ähnliche Aufgaben mit Tor oder Stangen verlangt werden, aber auch beispielsweise ein Seitwärtstreten über Pylone oder das Überwinden von Blachen, Wippen oder Brücken. Normalerweise gilt Punkte vor Zeit und meistens können an jedem Hindernis dieselbe Punktezahl geholt werden und vor dem Start wird die maximale Gesamtreitzeit angegeben. Diese soll den Reitern erlauben, alle Hindernisse absolvieren zu können, jedoch möglichst flüssig.

 

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Andrea Fischer



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